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Aggressive Werbung für Nahrungsergänzungsmittel

Stand:
Off

Frage

Warum gehen Sie nicht gegen jeden einzelnen Berater vor, der auf Facebook mit unzulässigen und aggressiven Versprechungen für das von ihm vertriebene Nahrungsergänzungsmittel wirbt?

Antwort

Bei uns mehren sich die Anfragen und Beschwerden zu nicht zulässigen krankheits- und gesundheitsbezogenen Aussagen zu Nahrungsergänzungsmitteln, die über Facebook, Instagram und Co getätigt werden. Diese wertvollen Hinweise von Verbrauchern werden von uns gesammelt und ausgewertet.

Gleichzeitig bitten wir um Verständnis, dass sowohl unser Dachverband als auch wir als Landes-Verbraucherzentrale bei der Entscheidung über das Weiterverfolgen von wettbewerbsrechtlichen Verstößen, von Vertragsverletzungen oder von Verstößen im Bereich des Rechts der Allgemeinen Geschäftsbedingungen neben der Bedeutung der Angelegenheit vor allem auch nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Personalkapazitäten und der vorhandenen Prozesskostenmittel handeln müssen. Somit können wir nicht jeden der uns täglich erreichenden Hinweise aufgreifen, sondern nur diejenigen Fälle, in denen Anbieter entweder gehäuft oder massiv gegen Vertragspflichten oder die Bestimmungen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und /oder des Unterlassungsklagengesetzes (UKlaG) verstoßen.

Wir konzentrieren uns daher auf die Herstellerfirmen selber, die ihr Geschäft in Form eines Multi-Level-Marketings / Empfehlungsmarketings betreiben und deren selbstständige Geschäftspartner / Handelsvertreter sich nicht an die rechtlichen Regelungen halten. Diesbezüglich hat das OLG Köln bereits 2008 entschieden (Urteil vom 08.02.2008, Az.: 6 U 149 07), dass diese auch für unlautere Werbeaussagen ihrer selbstständigen Vertreter haftbar sind.

Zusätzlich melden wir Produkte bestimmter Firmen regelmäßig an die zuständigen Behörden. Durch unser Informationsangebot "Klartext Nahrungsergänzung" versuchen wir durch Aufklärung auf dieses Problem aufmerksam zu machen.

 

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