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Was bedeutet der Brexit für Nahrungsergänzungsmittel aus Großbritannien?

Stand:

Für Nahrungsergänzungsmittel aus England bleibt bis zum Jahresende 2020 alles wie bisher.

Das Wichtigste in Kürze
Gut zu wissen

  • Bis zum Ende der Übergangszeit am 31.12.2020 haben deutsche Verbraucher die gleichen Rechte wie bisher.
  • Danach können sich Verbraucherschutzgesetze und Zollbestimmungen ändern – wie genau, lässt sich derzeit noch nicht absehen.
Tabletten auf der britischen Flagge
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Was ändert sich bei Online-Bestellungen mit britischen Händlern?

Viele Nahrungsergänzungsmittel werden über das Internet von britischen Händlern vertrieben oder von Großbritannien aus versendet.

Auch wenn Großbritannien am 31.01.2020 die Europäische Union verlassen hat, wird es von der EU bis zum Ende der Übergangszeit weiter wie ein Mitgliedstaat behandelt. Damit bleibt zunächst rechtlich alles wie bisher: Verbraucher haben bei Bestellungen über das Internet grundsätzlich die gleichen Rechte wie bei einem Online-Einkauf in Deutschland. Sie können zum Beispiel das gekaufte Produkt binnen 14 Tagen zurückgeben und haben Anspruch auf Rückerstattung des Kaufpreises. Auch der Anspruch auf mindestens zwei Jahre Gewährleistung auf das Produkt bleibt bestehen.

Sobald allerdings Großbritannien und die EU konkrete Regelungen zum Austritt verabredet haben, kann sich dies ändern. Denn dann könnten die auf europäischen Richtlinien beruhenden Verbraucherschutzgesetze (z.B. zu den in Nahrungsergänzungsmitteln erlaubten Stoffen, zu gesundheitsbezogenen Werbeaussagen oder zur Kennzeichnung) in Großbritannien geändert werden. Ob und wann es dazu kommt, lässt sich zurzeit nicht vorhersagen.

Welches Recht gilt – deutsches oder britisches?

Richtet sich ein britischer Händler konkret an deutsche Verbraucher, indem die Produktbeschreibungen auf der Internetseite auf Deutsch verfasst sind und er nach Deutschland liefert, kann ein deutscher Verbraucher im Streitfall gegen das britische Unternehmen nach deutschem Recht klagen.

Hat das britische Unternehmen seine Tätigkeit nicht auf Deutschland ausgerichtet, gilt das britische Recht. Dann wird die Rechtsdurchsetzung schwieriger. Der Verbraucher müsste dann, egal ob Brexit mit oder ohne Deal, in Großbritannien Klage einreichen.

Es kann sehr mühsam sein, Rechte außerhalb der Europäischen Union bei einem Streit vor Gerichten durchzusetzen. Lassen Sie sich im Streitfall am besten in einer Beratungsstelle der Verbraucherzentrale beraten.

Was ändert sich nach dem Brexit beim Zoll?

Einigen sich Großbritannien und die EU bis Jahresende nicht auf ein Freihandelsabkommen, würde Großbritannien zum Drittland und es gäbe wieder Zölle und Zollformalitäten. Werbebotschaften auf Internetseiten wie „keine Probleme beim Zoll“ oder „wird aus der EU geliefert“ sollten dann kritisch hinterfragt werden. Welche Zölle oder Steuern konkret anfallen können, richtet sich nach dem Warenwert und der Produktart. Hier erfahren Sie mehr.

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