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Kratom – Tödliches Risiko

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:
Achtung, kann der Gesundheit schaden

  • Als Kratom angeboten wird das Blattpulver des asiatischen Kratom-Baums.
  • Eine Wirkung gegen Schmerzen, Entzündungen oder Depressionen ist nicht belegt. Hinzu kommt, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht für die Therapie von Krankheiten gedacht sind.
  • Es gibt zahlreiche gefährliche Nebenwirkungen bis hin zu Todesfällen.
  • Kratom kann süchtig machen.
Kratom Wirkung gegen Schmerzen, Entzündungen oder Depressionen ist nicht belegt
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Kratom, auch Herbal Speed oder Herbal Speedball genannt, sind die pulverisierten Blätter des in Thailand, Malaysia, Indonesien und Papua-Neuguinea wachsenden Kratom-Baums (Mitragyna speciosa). Die Blätter, aber auch Pulver und Kapseln („natürliches Nahrungsergänzungsmittel“) werden vor allem über das Internet angeboten.

Ihre Anwendung bei Durchfall, Entzündungen, Fieber und Schmerzen, aber auch bei Angst und Depressionen wird mit angeblichen Erfahrungen aus der ostasiatischen Volksmedizin begründet. Einige Sorten sollen eine euphorisierende Wirkung haben. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es nicht.

Stattdessen häufen sich die Meldungen über unerwünschte Nebenwirkungen: Verstopfung, Appetitlosigkeit und Leberschaden, Krampfanfälle, Halluzinationen und Verwirrheit. Bisher wird von etwa 50 Todesfällen in den USA berichtet. Es besteht ein Abhängigkeitsrisiko (Suchtrisiko).

Das Pulver enthält verschiedene Pflanzenalkaloide offenbar in sehr unterschiedlicher Konzentration, Standardisierungen gibt es nicht, so dass die Wirkung unkontrollierbar ist.

Hinzu kommt, dass in den letzten Monaten immer wieder Kratom-Produkte mit massiver Salmonellenbelastung gefunden wurden.

 

Quellen


arznei telegramm 49 (6), 55-56, 2018

FDA (2018): FDA and Kratom, abgerufen am 18.06.18

 

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