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Phosphor

Stand:
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Frage

Laut Orthopäden soll ich Phosphor als Nahrungsergänzungsmittel nehmen. Wieso finde ich es weder in Drogerien, noch in Apotheken?

Antwort

Die für Deutschland vorliegenden Daten zeigen, dass gesunde Personen ausreichend mit dem Mineralstoff Phosphor versorgt sind. Durchschnittlich liegt die tägliche Zufuhr bei über 1.000 mg und somit sogar deutlich oberhalb der empfohlenen Zufuhr von 700 mg / Tag für Erwachsene. Vermutlich  haben Sie deshalb kein Nahrungsergänzungsmittel mit Phosphor gefunden. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung stellt fest, dass es aus ernährungsphysiologischer Sicht keinen Grund gibt, Phosphor in Form von Nahrungsergänzungsmitteln aufzunehmen.

Phosphor ist einer der am weitesten verbreiteten Mineralstoffe. Reich an Phosphor sind vor allem eiweißreiche Lebensmittel wie Käse und Milchprodukte, Wurst und Fleisch. Auch Nüsse, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse enthalten größere Mengen Phosphat.

Hinzu kommt, dass etliche industriell hergestellte Lebensmittel phosphathaltige Zusatzstoffe enthalten. Sie erkennen sie an den E-Nummern E 338, E 339, E 340, E 341, E 343, E 450, E 451 und E 452. Das sind z. B. Schmelzsalze, Konservierungsstoffe oder Trennmittel.  Lebensmittel mit Phosphatzusätzen sind z. B. Erfrischungsgetränke, insbesondere Cola-Getränke, aber auch Fleischerzeugnisse, Kaffeeweißer, Milchpulver und Milchgetränke, Schlagsahne oder Sahneerzeugnisse,

Eine hohe Dosierung von Phosphatzusätzen in Lebensmitteln kann wie Studien zeigen unerwünschte Wirkungen haben, beispielsweise Nierenschädigungen. Laut der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) liegt die maximale akzeptable tägliche Aufnahmemenge (ADI) für Phosphate bei 40 mg/kg Körpergewicht und Tag: für eine 60 kg schwere Person wären das 2.400 mg Phosphor.  Dieser Wert beinhaltet sowohl das natürlich  in Lebensmitteln vorkommende Phosphor als auch das aus Lebensmittelzusatzstoffen und ggf. aus Nahrungsergänzungsmitteln.

Dieser Richtwert gilt für gesunde Erwachsene, jedoch nicht für Menschen mit mittlerer bis starker Einschränkung der Nierenfunktion. Säuglinge, Kleinkinder und Kinder können diesen ADI-Wert bereits bei mittleren Verzehrmengen überschreiten. Dies gilt auch für Jugendliche, die sich phosphatreich ernähren.

Sofern tatsächlich eine medizinische Notwendigkeit für die Einnahme von Phosphor besteht, dann ist nicht ein Nahrungsergänzungsmittel angeraten, sondern ein entsprechend verordnetes Medikament Ihres Arztes (grünes Rezept=Selbstzahler; rosa Rezept=Kassenleistung).

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf diese Verbraucheranfrage den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

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