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CBD-Öl legal auf dem Markt?

Stand:

CBD-Öle sollen entspannend, schmerzlindernd, entzündungshemmend und angstlösend wirken. Aber sind sie überhaupt legal?

Das Wichtigste in Kürze:Wirkung nicht bewiesen!

  • CBD (Cannabidiol) wird aus der europäischen Hanfpflanze gewonnen.
  • Die entzündungshemmende, angstlösende oder auch schmerzlindernde Wirkung ist am Menschen noch nicht abschließend untersucht und die Bewerbung von Nahrungsergänzungsmitteln mit solchen Aussagen nicht erlaubt.
  • Dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist derzeit keine Fallgestaltung bekannt, wonach der Verkauf von CBD-Öl erlaubt wäre. Daher raten wir eher vom Kauf solcher Produkte ab.
  • Vorsicht: Bei Kontrollen sind immer wieder erhöhte Werte des psychoaktiven Tetrahydrocannabinol (THC) aufgefallen. Gerade bei Vielverzehrern, Kindern oder Schwangeren sind dadurch gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich.
Cannabis Öl
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Was steckt hinter der Werbung zu CBD-Ölen?

Zwei bis drei Tropfen unter die Zunge geträufelt und Kopfschmerzen, Entzündungen und Angstzustände verschwinden - so steht es zumindest auf unzähligen Internetseiten zu CBD-Öl. Aber auch gegenteilige Aussagen von enttäuschten Schmerzpatienten, die berichten, dass sie keine Wirkung des CBD-Öls spüren, kann man finden.

CBD ist die Abkürzung von Cannabidiol, einer von vielen Inhaltsstoffen der Hanfpflanze. Im Gegensatz zum Hanfbestandteil THC (Abkürzung für Tetra-Hydrocannabinol) hat CBD keine berauschende (psychoaktive) Wirkung. Es gibt Hinweise, dass CBD entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt. Diese Hinweise sind allerdings noch nicht ausreichend im Rahmen klinischer Studien gesichert und Fragen zu Dosierung, Sicherheit, Neben- und Wechselwirkungen sind noch nicht geklärt.   

Angebliche Erfahrungsberichte - wie man sie derzeit sehr häufig im Internet findet - zur Heilung bzw. Linderung von Schmerzen, Depressionen oder Schlaflosigkeit sind mit erheblicher Skepsis zu betrachten. Hersteller oder Verkäufer von CBD-Ölen dürfen solche Aussagen nicht tätigen. Werbung mit krankheitsbezogenen Aussagen ist für Lebensmittel (und damit auch für Nahrungsergänzungsmittel) grundsätzlich verboten. Lebensmittel dürfen allenfalls gesundheitsbezogen beworben werden und zwar dann, wenn eine entsprechende gesundheitsbezogene Angabe wissenschaftlich bewiesen und von der EU  zugelassen ist. Auch das ist aktuell für CBD nicht der Fall.

Ist CBD-Öl illegal auf dem Markt?

Derzeit gibt es unterschiedliche juristische Auffassungen, ob Nahrungsergänzungsmittel mit CBD-Öl verkehrsfähig sind. Im Novel Food-Katalog der Europäischen Union ist CBD als neuartig in Lebensmitteln aufgeführt. Als neuartig gelten Lebensmittel oder Lebensmittelzutaten, die vor 1997 nicht in nennenswerten Umfang auf dem europäischen Lebensmittelmarkt vertreten waren. Diese bedürfen vor dem Verkauf einer Zulassung nach vorheriger Sicherheitsprüfung.

Einige Hersteller vertreten allerdings die Auffassung, dass ein Hanf-Extrakt, der die gleiche natürliche Konzentration an CBD hat wie die Nutzpflanze kein neuartiges Lebensmittel darstellt. Solche Produkte als CBD-Öl zu bezeichnen, bei denen CBD nicht angereichert ist,  ist aus Sicht der Verbraucherzentrale allerdings irreführend.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) schreibt in dem Fragenkatalog zu CBD auf seiner Internetseite: “dem BVL ist derzeit keine Fallgestaltung bekannt, wonach Cannabidiol (CBD) in Lebensmitteln, also auch in Nahrungsergänzungsmitteln, verkehrsfähig wäre“. Somit ist der Verkauf nicht erlaubt.

Derzeit laufen Gerichtsverfahren, bei denen die Verkehrsfähigkeit des jeweiligen Produktes geklärt werden soll.

Was ist CBD-Öl?

CBD wird aus den oberirdischen Teilen (z.B. Blätter oder Stängel) der Nutzhanfpflanze Cannabis sativa L. (EU-zertifizierte Sorte) gewonnen. Der natürlich vorkommende Gehalt an Gesamt-CBD von EU-Hanf-Sorten beträgt bis zu 5%.

CBD-Öl ist nicht zu verwechseln mit dem im Lebensmitteleinzelhandel befindlichen Hanföl, welches aus den Hanfsamen hergestellt wird. Einige CBD-Extrakte werden allerdings mit Hanföl verdünnt und auf einen bestimmten CBD-Gehalt standardisiert.

Ist in CBD-Öl das psychoaktive THC enthalten?

Neben CBD ist auch das psychoaktive Tetrahydrocannabinol (THC) natürlicherweise in den Blättern, Blüten und Stängeln der Hanfpflanze enthalten. In den EU-zertifizierten Sorten darf der Gehalt an THC 0,2% nicht übersteigen. Einen europaweit vereinheitlichten Grenzwert für THC in Lebensmitteln gibt es nicht, lediglich Richtwerte die für die Hersteller und die Lebensmittelüberwachung als Orientierung gedacht sind. Bei Nahrungsergänzungsmitteln liegt der Richtwert bei 150 µg/kg.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erklärt dazu: Würden die Richtwerte eingehalten, sei nach jetzigem Wissensstand nicht mit bedenklichen Wirkungen zu rechnen. Allerdings betont die Behörde, dass die Richtwerte nur vorläufig seien, da noch nicht endgültig geklärt sei, wie stark einzelne Wirkungen durch THC von der Dosis abhängig seien.

Allerdings werden die Richtwerte laut BfR sehr häufig überschritten. Bei hanfhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln (dazu zählten neben CBD-Ölen auch aus Hanfsamen hergestellte Proteinpulver) überschritten nahezu alle Proben (94 %) den Richtwert. Die Gehalte an THC lagen durchschnittlich bei 1230 mg/kg und überschritten den Richtwert also mehr als das 10.000fache.

Wichtig zu wissen:

Durch die in hanfhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln enthaltenen (legal) Mengen an THC, kann es zu positiven Urintests (Drogentests) kommen.

Quellen:


Novel Food-Katalog der EU (abgerufen 27.05.2019)

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Hanf, THC, Cannabidiol (CBD) & Co. (abgerufen 27.05.2019)

Bundesinstitut für Risikobewertung.Tetrahydrocannabinolgehalte sind in vielen hanfhaltigen Lebensmitteln zu hoch – gesundheitliche Beeinträchtigungen sind möglich. Stellungnahme Nr. 034/2018 des BfR vom 8. November 2018

Medizin Transparent. CBD aus Hanf für besseren Schlaf? (abgerufen 27.05.2019)

Grunert, D.Therapie mit Cannabinoiden: Viel Erfahrung, wenig Evidenz. Dtsch Arztebl 2018; 115(47): [24]; DOI: 10.3238/PersOnko.2018.11.23.04

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