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Gesundheitsinfos aus dem Netz

Stand:

Symptome und Mangelerscheinungen googeln, Ernährungstipps suchen? Ja, falls die Internetseite oder das Gesundheitsportal verlässliche Informationen liefern. Nur wie erkennt man das?

Das Wichtigste in Kürze:
Auf's Wissen kommt es an

  • Wenn Sie sich im Internet informieren, erhalten Sie einen schnellen Überblick. Sie laufen aber auch Gefahr, auf einfache Lösungen gesundheitlicher Probleme – meist ganz „natürliche“ Produkte in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder angebliche Erfahrungsberichte hereinzufallen.
  • Die Behandlung von Krankheiten ist aber keine Aufgabe von Nahrungsergänzungsmitteln.
  • In Diskussionsforen unterscheidet sich die Qualität der Beiträge ganz erheblich. Und selbst Expertenforen dürfen nur allgemeine Ratschläge geben.
  • Wir bieten eine Checkliste, mit der Sie einschätzen können, ob eine Internetseite verlässliche Informationen liefert.
Gesundheitsinfos aus dem Netz
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Wer im Internet nach Antworten auf Ernährungsfragen und zur Lösung von Gesundheitsproblemen sucht, trifft neben Anbietern schnell auf Foren und verschiedenste Portale, auf denen allgemeine und spezifische Informationen zu allerlei Gesundheitsthemen angeboten werden.

In Diskussionsforen unterscheidet sich die Qualität der Beiträge ganz erheblich. Auch Expertenforen dürfen nur allgemeine Ratschläge geben.

Selbst bei Internetseiten, die kein wirtschaftliches Interesse verfolgen, ist die Qualifikation derjenigen, die einen Rat geben, nicht immer gut. Das Problem: Bei Ernährungsfragen kann jeder mitreden und daher fühlen sich viele bemüßigt, wenig sachkundige Ratschläge zu geben.

Gerade bei Ernährungsproblemen sollte man nur qualifizierten Ernährungsberatern vertrauen.

Auch Selbsthilfegruppen sind nicht immer neutral, häufig werden ihre Internetseiten finanziell durch Anbieterspenden unterstützt oder es fließt Geld für Werbelinks.

Seriöse Seite, gute Qualität?

Auch die Qualität der verschiedenen Internetseiten unterscheidet sich stark. Daher ist es wichtig, solche Informationen mit Bedacht zu behandeln. Eine Checkliste hilft Ihnen, Internetseiten zu Gesundheitsthemen auf ihre Transparenz und Verlässlichkeit zu prüfen und erkennen zu können, ob es sich dabei um seriöse Anbieter handelt. Ein Gütesiegel - wie die beiden abgebildeten - kann die Beurteilung unterstützen. (Siehe Quellen)

Logos Honcode Afgis

Auch wenn auf der Internetseite selber keine Produkte verkauft werden: Anzeigen und Verlinkungen zu Onlineshops deuten auf eine gewisse wirtschaftliche Abhängigkeit hin, die meist Einfluss auf die Objektivität der angebotenen Informationen hat.

Vor allem (deutschsprachige) Portale, die ihren Sitz außerhalb der EU (und trotzdem eine de-Endung haben) haben, fühlen sich oft nicht an EU-Recht gebunden.

Vorsichtig sollte man auch bei angeblichen Tests sein. Produkttests werden derzeit inflationär angeboten und entbehren oft jeder Grundlage, den angeblichen Testern fehlt jedes Fachwissen.

Werden Nahrungsergänzungsmittel als Hilfe bei Erkrankungen empfohlen?

Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel und dürfen nicht als Hilfe gegen Arthrose, Migräne, Diabetes, Alzheimer, Krebs usw. angepriesen werden, so steht es im Gesetz. Natürlich dürfen anbieterunabhängige Portale, die nicht auf Shops verlinken, aber über neue Studienergebnisse berichten, auch über mögliche Erfolge bei bestimmten Erkrankungen schreiben, sollten dann aber auch auf die Studien verlinken. Zusätzlich kommt es auf die Qualität dieser Studien an. Eine Information wird nicht vertrauenswürdiger, bloß weil sie oft kopiert wurde und dadurch viele Treffer erzielt.

Bloße Erfahrung oder  tatsächlich bewiesen?

Auch wenn es verboten ist, dass Nahrungsergänzungsmittel mit einer Wirkung oder Eigenschaften beworben werden, die sie nicht  besitzen: Wichtig ist, dass Sie darauf achten, ob eine gefundene Information wissenschaftlich belegt ist.

Angeblich wissenschaftliche Studien zu Nahrungsergänzungsmitteln gibt es viele, doch nur ein kleiner Teil ist wirklich aussagekräftig, hat eine hohe Evidenz. Worauf Sie achten sollten, finden Sie in unserem Artikel: Wer heilt, hat Recht? Welchen Studien kann man vertrauen?

Verlässliche und zugängliche Gesundheitsinformationen gibt es auch von der Cochrane Collaboration, einem seit mehr als 25 Jahren existierenden globalen, unabhängigen Netz von 37.000 Wissenschaftlern und Ärzten aus 130 Ländern. Für Verbraucher aufbereitete Texte findet man unter gesundheitsinformation.de und medizin-transparent.at. Ebenfalls werbefrei ist das Portal patienten-information.de, welches sich aber weniger mit Gesundheitsthemen sondern eher mit Informationen zu Krankheiten beschäftigt.

Was ist für mich das richtige Produkt?

Richtig verwendet sind zusätzliche Mikronährstoffe nützlich – aber nicht alle und nicht für jeden. Welche Art Produkt, also Nahrungsergänzung, ergänzende bilanzierte Diät oder Arzneimittel, für Ihr Ziel das richtige ist, können Sie hier erfahren.

Weiterführende Informationen – nicht nur für Experten

Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung wurde aktuell von Experten verschiedener Universitäten, gesundheitsinformation.de und IGeL-Monitor unter Beteiligung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) eine Analyse erstellt zu "Schlechte und gefährliche Gesundheitsinformationen. Wie sie erkannt und Patienten besser geschützt werden können". Diese steht im Internet zur Verfügung, ebenso ein Kriterienraster zur Beurteilung von Gesundheitsinformationen durch Fachleute.

    "Schlechte" Gesundheitsinformationen informieren inkorrekt, einseitig, verkürzt und unsachlich.

    "Gefährlich" sind Gesundheitsinformationen, wenn sie vermutlich ein Verhalten auslösen werden, das einen erheblichen körperlichen, seelischen oder finanziellen Schaden – für den Einzelnen oder die Gesellschaft – und / oder einen Vertrauensverlust in die wissenschaftsbasierte Medizin hervorruft.

     

    Quellen:


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