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Gewonnen und trotzdem verloren - ungewollt gedopt

Stand:

Bei Nahrungsergänzungsmitteln  sind Verunreinigungen mit Dopingsubstanzen nicht auszuschließen.

Das Wichtigste in Kürze:
Kann Schadstoffe enthalten!

  • Bei Angeboten von Nahrungsergänzungsmitteln im Internethandel ist nicht auszuschließen, dass sie ‒ um die Wirkung zu verstärken ‒ mit nicht deklarierten illegalen Dopingsubstanzen versetzt sind.
  • Sportler sollten Produkte l daher nur aus sicheren Quellen beziehen. Dabei hilft z. B. ein Blick in die "Kölner Liste".
  • Wenn wirklich Mangelerscheinungen vorliegen, sollten diese mit ärztlicher Unterstützung ausgeglichen werden.
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Schutz vor positivem Doping-Test

Während der Olympischen Winterspiele 2014 hat vermutlich ein (importiertes) Nahrungs­ergänzungs­mittel  mit Methyl­hexanamin (DMAA) einen Dopingskandal in der deutschen Mannschaft ausgelöst.

Tatsächlich ist es für Sie nicht ganz einfach, sich der Doping-Gefahr zu entziehen, wenn Sie als Sportler auf Nahrungsergänzungsmittel setzen. Zum einen werden gefährliche Produkte , z. B. versetzt mit muskelaufbauenden Anabolika, frei im Internet verkauft. Zum anderen sind in Nahrungsergänzungsmitteln häufig nicht deklarierte Zutaten enthalten. So gab es durch das Europäische Schnellwarnsystem RASFF von Januar 2012 bis September 2014 allein 94 Meldungen zu unerlaubten pharmakologisch wirksamen Substanzen in Nahrungsergänzungsmitteln für Sportler. Gefunden wurde z. B. die Substanz Methylhexanamin, auch bekannt als DMAA . Dieser Stoff wird seit 2010 namentlich von der Welt-Anti-Doping-Agentur verboten und im Jahr 2012 entfielen schon 45 % aller Dopingfunde mit Stimulanzien auf ihn. Auch das ähnlich wirkende DMBA wurde in zahlreichen Fitnessprodukten entdeckt. Die Einstufung als Dopingsubstanz beruht vorwiegend auf ihren starken Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System.

Produkte mit nicht-deklarierten anabolen Steroiden wie Metandienon, Oxandrolon oder Stanozolol bergen ein großes gesundheitliches Risiko. Sie können z. B. zu schweren Leberschäden, psychischen Veränderungen oder Herzproblemen führen.

Laut Dr. Geyer vom Zentrum für präventive Dopingforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln gibt es nur wenige Sportarten, die im Hochleistungsbereich die Einnahme von Nahrungs­ergänzungs­mitteln nötig machen. Wer Produkte nehmen und trotzdem sichergehen will, nutzt die "Kölner Liste". Es handelt sich dabei um eine Service-Plattform, die der Olympia­stützpunkt Rheinland Spitzen­sportlern und Herstellern zur Verfügung stellt, um vor allem Athleten vor unberechtigten Dopingvorwürfen zu schützen. Aktuell umfasst die Kölner Liste fast 1000 Produkte von fast 200 Anbietern. Diese enthält nur Nahrungs­ergänzungs­mittel, die auf Doping­substanzen getestet wurden. Das Risiko, in eine Dopingfalle zu tappen, ist damit deutlich reduziert. Wichtig zu wissen: Die Kölner Liste stellt keine Empfehlung für ein Produkt oder den Einsatz von Nahrungs­ergänzung­smitteln ganz allgemein im Sport dar. Sie ist aber hilfreich, wenn es um sichere Angebote und die Verringerung des Doping-Risikos geht.

Wenn es sein muss: Arzneimittel

Wenn wirklich Vitamin- oder Mineralstoff-Mangelerscheinungen vorliegen, rät die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) Sportlern, nur ärztlich verordnete Arzneimittel einzunehmen. Diese unterliegen strengen Kontrollen und Auflagen; so müssen zum Beispiel ausnahmslos alle Inhaltstoffe in der Packungsbeilage aufgeführt sein, und es muss auf alle möglichen Nebenwirkungen hingewiesen werden. Arzt oder Ärztin legen außerdem genau fest, wie das Medikament eingenommen werden muss, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Weil Nahrungs­ergänzungs­mittel im Sport ein aktuelles und viel diskutiertes Thema sind, hat die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) einen Film zum Umgang mit diesen Substanzen erstellt.

Übrigens: Nahrungs­ergänzungs­mittel im Sport gelten als Einstieg ins Doping. Nach dem Motto "Für jedes Problem gibt es ein Mittel" fördern sie die sogenannte „Dopingmentalität“.

Weiterführende Informationen zum Thema

Stiftung Nationale Anti-Doping Agentur Deutschland

DeutscherOlympischer Sportbund (DOSB)

Deutsche Sporthochschule Köln: Doping-Lexikon

 

Quellen:


DOSB: Nahrungsergänzungsmittel, Juni 2014

NADA: Nahrungsergänzungsmittel: Hinweise zum Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln (NEM);  (abgerufen am 14.06.2018)

NADA: Welt Anti-Doping Code Internationaler Standard Verbotsliste 2018; ab 1. Januar 2018

Olympiastützpunkt Rheinland: Die Kölner Liste: Produktdatenbank; (abgerufen am 14.06.18)

Nahrungsergänzhttps://athleten.gemeinsam-gegen-doping.de/mediathek/ungsmittel

DFG Senate Commission on Food Safety SKLM: Kurzmitteilung: Zusatz von pharmakologisch aktiven Substanzen zu Produkten, die als Nahrungsergänzungsmittel und Lifestyle-Lebensmittel vermarktet werden, Endfassung vom 30.01.2015

 

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