Menü

Mariendistel bei Fettleber

Stand:
Off

Frage

Hilft Mariendistel als Unterstützung bei einer Fettleber, wenn auch Alkohol und zu fettiges Essen reduziert bzw. eingestellt wird?

Antwort

Mariendistel wird häufig als pflanzliches Heilmittel, das die Leber schützt und reinigt, beworben. Allerdings gibt es bisher für Mariendistel lediglich wenig aussagekräftige Studien zur Prävention von Lebererkrankungen beim Menschen bzw. zu einer unterstützenden Therapie bei einer Fettleber.

Es gibt pflanzliche Arzneimittel mit Mariendistel zur unterstützenden Behandlung bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen, Leberzirrhose und toxischen (durch Lebergifte verursachten) Leberschäden. Dabei handelt es sich um Arzneimittel mit standardisierten Extrakten. Der Einsatz dieser Produkte sollte mit dem Arzt abgesprochen sein.

In den Leitlinien (2015) für nichtalkoholische Fettlebererkrankungen (NAFLD) steht allerdings, dass es keine für die Indikation NAFLD zugelassenen Medikamente gibt. Des Weiteren ist geschrieben, dass der Einsatz von Silymarin aus der Mariendistel bzw. von Nahrungsergänzungsmitteln, z. B. Vitamin E aufgrund der jetzigen Datenlage nicht empfohlen werden kann.

Die deutsche Leberstiftung schreibt hierzu: "Ein Wirkstoff, der aus der Mariendistel gewonnen wird, ist Silibinin. Silibinin setzt man bei Vergiftungen durch Knollenblätterpilze ein. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich erwiesen. Unklar ist hingegen die Bedeutung von diversen Mariendistelpräparaten für chronische Lebererkrankungen. Bisher fehlen eindeutige Belege, dass ein Fortschreiten der Vernarbung gehemmt oder die Krankheitsaktivität gehemmt wird."

Nahrungsergänzungsmittel mit Mariendistel zählen zu den Lebensmitteln. Sie sind nicht dafür da, Krankheiten vorzubeugen, zu lindern oder zu heilen. Es ist verboten, in der Werbung für Nahrungsergänzungsmittel eine medizinische Heilwirkung (z.B. hilft bei Fettleber) zu behaupten. Wenn ein Anbieter also damit werben sollte, ist das nicht nur falsch, sondern verstößt auch gegen geltendes Recht.

Eine Behandlung mit Mariendistel kann auch Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall, verursachen. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind jedoch bisher nicht bekannt.

Eine Fettleber entsteht durch Bewegungsmangel, kohlenhydrat- und fettreiche Ernährung, auch eventuell durch viel Alkohol und XXL-Portionen. Vor allem Kohlenhydrate (Stärke, Zucker, Fruchtzucker) werden von der Leber bei einer zu hohen Zufuhr in Fett umgewandelt. Die wichtigste Therapie besteht daher darin, die Ursachen für die Fettleber zu stoppen. Die Fetteinlagerung in der Leber kann durch eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten, durch mehr Bewegung und Gewichtsreduktion rückgängig gemacht werden, solange noch keine Leberzirrhose vorliegt. Eine Ernährungsberatung kann Sie dabei unterstützen, an den richtigen Stellschrauben der Ernährung zu drehen.

Weiterführende Informationen:

Detox – gesünder durch Entgiftung?

Ernährungsberatung gesucht?

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf diese Verbraucheranfrage den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Förderlogo BMJV