Produkte in Arztpraxis empfohlen

Stand:
Off

Frage:

Sind Produkte mit Omega-3-Fettsäuren, Glucosamin und Vitamin C unbedenklich?

Antwort:

Mit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die Omega-3-Fettsäuren und Glucosamin enthalten, können - unabhängig vom Anbieter - unter Umständen gesundheitliche Risiken verbunden sein.

Omega-3-Fettsäuren

Eine erhöhte Zufuhr von bestimmten Omega-3-Fettsäuren (Eicosapentaensäure [EPA] und Docosahexaensäure [DHA]) wird mit einer erhöhten Blutungsneigung in Verbindung gebracht. Hoch dosierte Produkte können die Fließeigenschaften des Blutes verändern, die Blutungszeit verlängern und somit das Blutungsrisiko erhöhen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist deshalb darauf hin, dass pro Tag nicht mehr als 1,5 Gramm Omega-3-Fettsäuren aus allen Quellen aufgenommen werden. Dazu zählen neben Nahrungsergänzungsmitteln auch angereicherte Lebensmittel sowie solche, die von Natur aus viele Omega-3-Fettsäuren enthalten, wie Fisch, Pflanzenöl, Margarine und Nüsse.

Ein Produkt, welches 380 Milligramm Omega-3-Fettsäuren (davon 180 mg EPA und 120 mg DHA) pro Tag liefert, ist nicht besonders hoch dosiert. Ob die so zugeführten Omega-3-Fettsäuren die Empfehlungen des BfR überschreiten, hängt allerdings von Ihrer sonstigen Ernährung ab und davon, ob Sie weitere Nahrungsergänzungsmittel mit diesen Fettsäuren einnehmen.

Ausführliche Informationen zu Omega-3-Fettsäuren finden Sie unter Omega-3-Fettsäure-Kapseln sinnvolle Nahrungsergänzung?

Glucosamin

Für bestimmte Personengruppen kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Glucosamin mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein. Beispielsweise kann es zu Wechselwirkungen mit Substanzen des Glukosestoffwechsels kommen. Dies stellt besonders für Personen mit Diabetes mellitus ein Risiko dar. Außerdem kann Glucosamin die blutgerinnungshemmende Wirkung von Blutgerinnungshemmern (Cumarin-Antikoagulanzien) verstärken und dadurch zu Blutungen führen.

Ausführliche Informationen zu Glucosamin finden Sie unter Glucosamin und Chondroitin - Hilfe bei Gelenkbeschwerden?

Vitamin C

Die Zufuhr von Vitamin C über Nahrungsergänzungsmittel gilt im Vergleich zu anderen Vitaminen als eher unbedenklich. Zur Sicherheit können Sie sich an den Höchstmengen-Empfehlungen des BfR für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln orientieren. Ein Vitamin C-Gehalt von 240 Milligramm pro Tag wie in Ihrem Fall liegt knapp unterhalb der empfohlenen Höchstmenge von 250 Milligramm, vorausgesetzt die Verzehrempfehlung des Anbieters wird eingehalten.

Weitere Informationen zu Vitamin C finden Sie unter Vitamin C - erstaunlich gesund?

Grundsätzlich stellt sich bei allen drei Produkten die Frage, wie sinnvoll eine Einnahme überhaupt ist.

Empfehlung in der Arztpraxis

Grundsätzlich ist der Verkauf oder die Vermittlung von Nahrungsergänzungsmitteln in Arztpraxen während der Sprechzeiten nicht gestattet. Genaueres erfahren Sie unter Nahrungsergänzungsmittel und ihre Vertriebswege. Wie Sie damit umgehen können, wenn Ihr Arzt Ihnen unverlangt Nahrungsergänzungsmittel anpreist, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Leider ist vielen Ärzten und anderen Angehörigen der Heilberufe oft gar nicht klar, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht für die Behandlung von Erkrankungen konzipiert sind.

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf diese Verbraucheranfrage den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

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