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Dinitrophenol (DNP): Verbraucherzentralen warnen vor dem Kauf

Stand:

Die Chemikalie Dinitrophenol (DNP) wird derzeit europaweit in Onlineshops unrechtmäßig in als Fatburnern / Schlankheitsmittel vor allem für Bodybuilder angeboten. Sie reichert sich im Körper an und wird dadurch lebensgefährlich.

Das Wichtigste in Kürze:

  • 2,4-DNP ist eine hochgiftige Chemikalie, die die Wärmeproduktion des Körpers steigert. Achtung, kann der Gesundheit schaden
  • Das kann auch in vielen kleinen Mengen eingenommen zum Tod durch Überhitzen führen.
  • DNP ist nicht als Arzneimittel zugelassen und darf auch nicht als Diät- oder Nahrungsergänzungsmittel oder als Zutat in diesen verkauft werden.
Gefahrenstoffe Kennzeichnung
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Was steckt hinter der Werbung?

Dinitrophenol (DNP) wird derzeit – verbotenerweise – europaweit in Onlineshops als Fatburner / Schlankheitsmittel vor allem für Bodybuilder angeboten. Bei 2,4-DNP handelt es sich um eine hochgiftige Chemikalie, die ursprünglich als Sprengstoff verwendet wurde. Sie steigert die Wärmeproduktion des Körpers (Thermogenese), was bei gleichbleibender Energiezufuhr zu einem vermehrten Fettabbau führt.

Wie gefährlich ist DNP?

Die Steigerung der Wärmeproduktion kann zum Tod durch Überhitzung (Hyperthermie) führen. Diese lässt sich auch durch ärztliches Eingreifen nicht mehr stoppen. Besonders problematisch: Der Stoff reichert sich im Körper an, so dass auch viele kleine Mengen zu einem tödlichen Ergebnis führen können. In den letzten Jahren gab es mehrere Todesfälle nach dem Konsum von DNP.

Symptome für eine Vergiftung mit DNP sind Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche, Schwindel. Hautrötungen, Atemnot, Blutdruckabfall und Herzrhythmusstörungen. Haut, Augen und Schweiß können sich gelb färben.

Wer DNP konsumiert hat oder den Verdacht hat, dass es in einem verwendeten Nahrungsmittel undeklariert enthalten war, sollte die Verwendung sicherheitshalber sofort stoppen und unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Wie ist die Rechtslage?

2,4-DNP ist nicht als Arzneimittel zugelassen und darf auch nicht als Diät- oder Nahrungsergänzungsmittel oder als Zutat in diesen verkauft werden.

Was tun die Behörden?

Von Januar bis Mai 2019 gingen im europäischen Schnellwarnsystem RASFF mehr als 45 Meldungen ein. Über dieses System informieren sich die Lebensmittelüberwachungsbehörden europaweit gegenseitig und sorgen dafür, dass gefährliche Produkte vom Markt genommen werden.

Im ersten Halbjahr 2019 haben sich im Rahmen der diesjährigen Operation OPSON VIII, koordiniert von Europol und INTERPOL, wieder zahlreiche europäische Staaten zusammengetan, um gemeinsam gegen Lebensmittelkriminalität vorzugehen. Unter anderem haben sie unter Führung von Großbritannien Angebote von Fatburner-Produkten verfolgt, die den Inhaltsstoff 2,4-Dinitrophenol enthielten.

Quellen:


Bundesinstitut für Risikobewertung (2015): Nahrungsergänzungsmittel, die Dinitrophenol (DNP) enthalten, können zu schweren Vergiftungen bis hin zu Todesfällen führen. Mitteilung Nr. 046/2015 vom 26.11.15

Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärmedizin (2019): 2,4-Dinitrophenol (DNP). Stand: 21.05.19

Food Standards Agency (2018): The dangers of DNP (2,4-dinitrophenol) and the steps we take to limit its availability and reduce risk to the public. Stand: 20.12.18

Europäisches Schnellwarnsystem RASFF: Meldungen zu DNP vom 01.01.-31.05.19

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (2019): OPSON VIII. Stand: 21.06.19

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