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Kalium-Produkte für Nerven und Muskeln?

Stand:

Über verschiedene Lebensmittel nehmen wir Kalium zu uns. Doch reicht dies?

Das Wichtigste in Kürze:
Auf die Dosis kommt es an!

  • Kalium ist unentbehrlich für die Reizweiterleitung in Muskel- und Nervenzellen, das Zellwachstum und die Bildung von Eiweiß und Glykogen.
  • Der Mineralstoff ist in vielen Lebensmitteln enthalten und eine Nahrungsergänzung beim Gesunden in der Regel nicht nötig.
  • In Nahrungsergänzungsmitteln wird Kalium meist in Kombination mit anderen Mineralstoffen angeboten.
  • Eine Überdosierung durch hochdosierte Kalium-(Mono) Produkte kann u. a. Herzrhythmusstörungen und Muskelschwäche verursachen.

 

Produkte, die Kalium enthalten
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Was steckt hinter der Werbung zu Kalium?

Kalium ist mittlerweile in vielen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. Es gibt Produkte für Sportler, Produkte für die Herzgesundheit sowie Produkte, die eine normale Funktion der Muskeln und Nerven versprechen.

Und tatsächlich sind von der Europäischen Kommission die folgenden drei gesundheitsbezogenen Aussagen zugelassen:

  • Kalium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei
  • Kalium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei
  • Kalium trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei

Die Menge an Kalium, die dafür notwendig ist, kann allerdings durch eine ausgewogene Ernährung zugeführt werden. Selbst Sportler können den durch Schwitzen verursachten Verlust gut über den Verzehr von Obst und Gemüse decken. Ein "Mehr" ist oft nicht vorteilhaft.

Worauf sollte ich bei der Verwendung von Kalium-Produkten achten?

Überdosierungen können sehr negative Folgen haben. Dazu gehören Schäden wie Darmverschluss, Herzrhythmusstörungen und Muskellähmungen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sollte deshalb nicht mehr als 500 mg Kalium in einer Tagesdosis an Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sein.

Hochdosierte Kalium(Mono)-Präparate sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwendet werden.

Diese Mineralstoffverbindungen sind gemäß EU-Richtlinie 2002/46/EG, Anhang II (Fassung vom 05.05.2017) für Selen in Deutschland und anderen EU-Ländern in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen:

Kaliumbicarbonat
Kaliumcarbonat
Kaliumchlorid
Kaliumcitrat
Kaliumgluconat
Kaliumglycerophosphat
Kaliumlactat
Kaliumhydroxid
Kalium-L-pidolat
Kaliummalat
Kaliumsalze der Orthophosphorsäure

Wofür braucht der Körper Kalium?

Kalium ist ein Mineralstoff, der für den Menschen lebensnotwendig ist und zusammen mit Chlorid in jeder Zelle benötigt wird. Das Mengenelement kommt vor allem in Muskelzellen, aber auch in Leber- und Knochenzellen sowie in den Erythrozyten (rote Blutkörperchen) vor. Die Aufnahme von Kalium aus der Nahrung erfolgt überwiegend im Dünndarm.

Kalium ist von ganz entscheidender Bedeutung bei der Weiterleitung von Nerven- und Muskelreizen. Es ist mitverantwortlich für die Funktion von Herz und Muskeln. Zusammen mit Natrium und Chlorid ist es ein wichtiger Bestandteil des Elektrolyt-Haushalts und spielt eine Rolle bei der Regulierung des Säuren-Basen-Haushalts. Als Nebenbestandteil von Enzymen wirkt es auch bei der Bildung von Eiweißen und der Kohlenhydratreserve "Glykogen" mit. Damit trägt es zum Wachstum der Zellen bei.

Der Zusammenhang zwischen einer Kaliumzufuhr und Bluthochdruck ist bewiesen. So können höhere Aufnahmemengen an Kalium einen Beitrag dazu leisten, den Bluthochdruck bei Bluthochdruck-Patienten zu senken und somit auch das Schlaganfallrisiko zu verringern.

Ein Kaliummangel, der sich unter anderem in Herzrhythmusstörungen und Muskelschwäche äußert, kommt am häufigsten bei großen Wasserverlusten des Körpers vor. Das ist zum Beispiel bei starkem, langanhaltendem Erbrechen und/oder Durchfall sowie bei langfristigem Gebrauch von Abführmitteln oder harntreibenden Arzneimitteln der Fall. Zu Risikogruppen zählen deshalb auch Senioren, die nicht genügend Nahrung aufnehmen, um ihren Kaliumbedarf zu decken und gleichzeitig möglicherweise noch Medikamente einnehmen, die zu Kaliumverlusten beitragen. Auch anzutreffen ist ein Kaliummangel, wenn eine Überfunktion der Nebennieren vorliegt.

Als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für Erwachsene 4.000 mg täglich an.

Kann ich meinen Tagesbedarf über die Nahrung decken?

Kalium ist in fast allen Lebensmitteln zu finden, sowohl in tierischen (Fleisch) als auch in pflanzlichen Lebensmitteln. Dabei ist der Gehalt an Kalium in unverarbeiteten Lebensmitteln stets höher als in verarbeiteten. Bei Letzteren gehen nämlich häufig im Laufe des Verarbeitungsprozesses wasserlösliche Kaliumverbindungen verloren, so dass Kaliumverluste von 20-50 % zu verzeichnen sind.

Zu besonders kaliumreichen Obst- und Gemüsearten gehören Tomaten, Bananen, Mohrrüben und Aprikosen. Je konzentrierter z.B. getrocknet das Obst bzw. Gemüse ist, desto kaliumreicher ist das Lebensmittel. Weiterhin kommt Kalium in einigen Nusssorten wie Erdnüssen, Mandeln und Cashewkernen vor. Auch bestimmte Mehle wie Roggen- und Dinkelmehl enthalten den Mineralstoff. Nicht zuletzt enthält Kakao sehr hohe Mengen an Kalium, weshalb auch der Genuss von Bitterschokolade zur Kaliumaufnahme beiträgt. Eine unzureichende Kalium-Versorgung ist deshalb bei abwechslungsreicher Ernährung sehr unwahrscheinlich.

Tipp
Olivenöl steigert die Aufnahme von Kalium. Es lohnt sich deshalb, hin und wieder nach mediterraner Art und Weise kaliumreiche Lebensmittel wie Tomaten oder Kartoffeln mit dem aromatischen Klassiker zu kombinieren.
Verwenden Sie das Kochwasser von Gemüse wie Brokkoli, Tomaten, Möhren und Rosenkohl weiter. Achtung: Nicht bei grünen Bohnen und Kartoffeln!

Quellen:


Bundesinstitut für Risikobewertung (2004): Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln. Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte. Teil II, abgerufen am:  04.09.2018

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.) (2016): 13. DGE-Ernährungsbericht, Köllen Druck + Verlag GmbH: Bonn

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2016): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Kalium, abgerufen am: 04.09.2017

Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.) (2016): Kalium. In: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 2. Auflage, 2. aktualisierte Ausgabe, Köllen Druck + Verlag GmbH: Bonn

Stahl-Pehe, A./Heseker, H. (2014): Kalium. Physiologie, Funktionen, Vorkommen, Referenzwert und Versorgung in Deutschland, Ernährungs Umschau (12), M660-65

Weißenborn A. et al.: Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln. J Consum Prot Food Saf (2018). Online publiziert am 04.01.2018

RICHTLINIE 2002/46/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel (Fassung 05.07.2017

 

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