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Mineralstoffprodukte: Was Sie wissen sollten

Stand:

Zu hoch dosiert bringen Mineralstoffprodukte die feinen Regelkreisläufe im Körper durcheinander.

Das Wichtigste in Kürze:
Auf die Dosis kommt es an!

  • Unterversorgungen mit Mineralstoffen sind in Deutschland bei gesunden Personen, die sich abwechslungsreich ernähren, die Ausnahme.
  • Eine Nahrungsergänzung mit Mineralstoffen ist meist nicht nötig und kann das Gleichgewicht und Zusammenspiel anderer Mineralstoffe stören. Außerdem sind Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich.
  • Für bestimmte Personengruppen können Mineralstoffprodukte jedoch sinnvoll sein.
  • Bei Produkten mit Eisen, Fluorid oder Selen ist besondere Vorsicht nötig.
  • Mineralstoffprodukte für Personen unter 15 Jahre nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwenden.
Spurenelemente
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Was steckt hinter der Werbung zu Mineralstoffprodukten?

Häufig wird suggeriert, dass normale Lebensmittel nicht ausreichen oder der stressige Alltag es nicht zulässt, den Mineralstoffbedarf zu decken. Schwierig soll es vor allem bei Personengruppen mit einem erhöhten Bedarf sein. Hierbei werden oft Sportler, Schwangere, Personen, die eine Diät machen oder Senioren genannt.

Tatsächlich ist die überwiegende Zahl der Menschen in Deutschland mit Mineralstoffen ausreichend versorgt. Mineralstoff­mangel und dadurch bedingte Krankheiten kommen in Deutschland äußerst selten vor.

Auf was sollte ich bei der Verwendung von Mineralstoffprodukten achten?

Untersuchungen zufolge wird in Deutschland vor allem Magnesium, Calcium und Zink in hohen Mengen aufgenommen, und zwar nicht nur mehr als empfohlen, sondern in einigen Fällen sogar über den "Upper Level" (maximale sichere Menge pro Tag) hinaus. Das trifft insbesondere auf Menschen zu, die bereits durch (angereicherte) Lebensmittel viele Mineralstoffe aufnehmen.

Manche Mineralstoffe können in Wechselwirkung mit Medikamenten treten und etwa deren Wirkung hemmen. Unbedingt vorher deswegen mit Arzt und/oder Apotheker sprechen.

Nach Ansicht des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sollten Nahrungsergänzungsmittel weder Fluorid, noch Mangan, Natrium Chlorid und Phosphat enthalten. Bor und Kupfer sind für Kinder und Jugendliche nicht geeignet. Bei Zink ist besondere Vorsicht nötig, Eisen am ehesten für Frauen bis zur Menopause.

Die Zufuhr an Mineralstoffen kann erhöht werden, indem einige Tricks bei der Zubereitung von Lebensmitteln beachtet werden:
  • Obst und Gemüse nur kurz waschen und nicht wässern.
  • Erst nach dem Waschen zerkleinern.
  • Mit wenig Wasser dünsten, die Garzeiten möglichst kurzhalten und das Kochwasser außer bei Kartoffeln mitverzehren (z. B. für die Zubereitung der Sauce verwenden).

Wofür braucht der Körper Mineralstoffe?

Mineralstoffe gehören zu den lebenswichtigen Bestandteilen unserer Nahrung. Im Stoffwechsel erfüllen sie dabei unterschiedlichste Funktionen. Sie dienen als Baustoff für unsere Knochen (zum Beispiel Calcium), beeinflussen die Muskel- und Nervenfunktion (wie etwa Magnesium), regeln den Wasserhaushalt des Körpers (Natrium). Außerdem sind sie Bestandteil von Hormonen (Jod) sowie Enzymen (Selen) oder anderen biologisch wirksamen Verbindungen.

Kann ich meinen Tagesbedarf über die Nahrung decken?

Um den Körper ausreichend mit den lebenswichtigen Mineralstoffen zu versorgen, genügt eine ausgewogene Ernährung. Wer weiß, in welchen Lebensmitteln besonders viele Mineralstoffe stecken, kann sein Essverhalten ganz leicht danach ausrichten. Dabei hilft die Tabelle zur Mineralstoff-Versorgung; sie gibt einen Überblick, in welchen Lebensmitteln Mineralstoffe natürlich vorkommen, welche Aufgaben sie im Körper erfüllen und wie viel Erwachsene täglich aufnehmen sollten.

Es kann Ausnahmen geben (zum Beispiel chronisch Kranke, Ältere, Veganer und Schwangere, bei denen die Einnahme von Mineralstoffprodukten sinnvoll sein kann. Hierbei sollten die geeignete Zusammensetzung und die Dosierung der einzelnen Mineralstoffe mit dem Arzt besprochen und auf mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten geachtet werden.

Quellen:


Weißenborn A. et al. (BfR): Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln. J Consum Prot Food Saf (2018). Online publiziert am 04.01.2018

BFR: Fragen und Antworten zu Nahrungsergänzungsmittel 01.02.2008

BFR: A-Z Index, Mineralstoffe (abgerufen am 29.09.16)

BFR: Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte der Verwendung von Mineralstoffen und Vitaminen in Lebensmitteln Teil 1, 18.01.2002

BFR: Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte Teil 2, April 2004

 

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