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Maqui - Die neue Super-Beere?

Stand:

Maqui wird als Beere mit außergewöhnlichem Nährstoffgehalt beworben. Was steckt dahinter?

Das Wichtigste in Kürze:
Wirkung nicht bewiesen!

  • Die Maqui-Beere wird als exotische Superbeere mit hohem Anthocyangehalt angepriesen.
  • Wie hoch der Gehalt an Anthocyanen in dem zu Saft, Pulver oder Extrakt verarbeiteten Produkt tatsächlich ist und ob sie im Körper eine gesundheitliche Wirkung entfalten, ist meist nicht untersucht oder ersichtlich.
  • Bisher liegen erst wenige Studien zur Sicherheit der Nahrungsergänzungsmittel mit Maqui-Extrakten vor. Der Verzehr von anthocyanreichen natürlichen Lebensmitteln ist dagegen unbedenklich.
Maqui Beere
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Was steckt hinter der Werbung zu Maqui-Beeren?

Nach Noni-, Açaí- und Goji-Beere folgt auf dem Markt der Nahrungsergänzungsmittel die nächste exotische "Super-Beere". Geworben wird vor allem mit einer "Stärkung des Immunsystems", einem "gewaltigen Gewichtsverlustpotential" oder auch mit der "starken Entgiftungs­funktion" auf Grund des angeblich "höchsten Anthocyangehalts von allen Lebensmitteln auf der ganzen Welt". Auch bei Entzündungen des Bewegungsapparates oder Herzproblemen sollen Nahrungsergänzungsmittel mit der Maqui-Beere helfen.

Anthocyane gehören zur Gruppe der Antioxidantien, die im Körper Radikale abfangen. Radikale entstehen bei normalen Stoffwechselprozessen und können Zellen schädigen oder auch natürliche Alterungsprozesse beschleunigen. Die frischen Maqui-Beeren enthalten besonders viel Anthocyan. Wie hoch der Gehalt an Anthocyanen in dem zu Saft, Pulver oder Extrakt verarbeiteten Produkt allerdings ist, ist meist nicht untersucht oder ersichtlich. Auch inwieweit die Extrakte überhaupt vom Körper aufgenommen werden (Bioverfügbarkeit) und tatsächlich gesundheitliche Wirkungen entfalten, ist bisher nur wenig untersucht.

Einige Hersteller werben auf den Verpackungen mit einem hohen ORAC-Wert. Dieser Wert gibt an, wie viele freie Radikale pro Gramm Maqui-Beere neutralisiert werden können. Die viel gelobten hohen ORAC-Werte für Antioxidantien sind jedoch reine Laborwerte, die sich nicht ohne auf den Menschen übertragen lassen. Ihre Angabe wird daher von der Lebensmittelüberwachung als Irreführung gewertet.

Auf was sollte ich bei der Verwendung von Maqui-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln achten?

Das Wissen zu Maqui-Produkten ist sehr lückenhaft. Es liegen kaum wissenschaftliche Studien zu möglichen (Langzeit-)Risiken, Wechselwirkungen mit Medikamenten oder auch zur Bioverfügbarkeit vor. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät grundsätzlich zur Vorsicht bei neuen Pflanzenstoffen bzw. deren Extrakten.

Grundsätzlich bergen natürliche Lebensmittel gegenüber angereicherten Extrakten geringere Risiken. Bisher gibt es keine Empfehlungen, wie viele Anthocyane man zu sich nehmen soll. Beim Verzehr natürlicher, heimischer Quellen besteht, anders als bei Nahrungsergänzungsmitteln, kein Risiko, eine zu hohe Menge an Anthocyanen zu sich zu nehmen.

Was sind Maqui-Beeren?

Die Maqui-Beeren (Chilenische Weinbeere, Aristotelia chilensis) sind kleine, tief violette Beeren – ähnlich der Heidelbeere. Es sind die Früchte des Maqui-Baums, der in Patagonien (Chile) beheimatet ist. Die Früchte können roh verzehrt werden. Weil sie sich aber schlecht lagern lassen, werden sie meistens zu Saft gepresst oder zu Fruchtpulver verarbeitet und so auch nach Europa zur Weiterverarbeitung exportiert. In Nahrungsergänzungsmitteln finden vor allem Maqui-Beeren-Extrakte Verwendung.

Welche Inhaltsstoffe sind in Maqui-Beeren enthalten?

Im Internet wird häufig von einem sehr hohen Gehalt der Maqui-Beeren an Anthocyanen berichtet. Anthocyane zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativer Wirkung. Zum genauen Gehalt liegen keine offiziellen Informationen vor. In einigen kleinen Studien ist beschrieben, dass Maqui-Beeren, ähnlich wie auch die Heidelbeere oder Brombeere, neben Anthocyanen verschiedene Vitamine (z.B. Vitamin C) und Mineralstoffe enthalten. Wie Die Menge dieser Inhaltsstoffe in dem zu Saft, Pulver oder Extrakt verarbeiteten Produkt ist allerdings meist nicht untersucht und kann von Produkt zu Produkt auch sehr unterschiedlich sein.

Können Maqui-Beeren mit Schadstoffen belastet sein?

Untersuchungen zu der Belastung von Maqui-Beeren mit Schadstoffen liegen uns nicht vor. Es kommt allerdings immer wieder vor, dass Superfoods mit Schwermetallen (z. B. Arsen, Cadmium), polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) oder Mineralöl belastet sind.

Auch unsere heimischen dunklen Beeren (Brom-, Holunder- Heidel-, schwarze Johannisbeere und Apfelbeere (Aronia) sowie Kirsche und rote Weintraube) sowie Rotkohl enthalten große Mengen an Anthocyanen – eine Überdosierung ist hier in der Regel ausgeschlossen.

 

Quellen:


Bundesinstitut für Risikobewertung. "Natürlich" ist nicht immer "sicher". Zugriff am 31.05.2017

Araos JP. Aristotelia chilensis: A Possible Nutraceutical or Functional Food. Med chem 2015, 5:8

 

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