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Roter Reis – rein natürlich den Cholesterinspiegel senken?

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Roter Reis senkt den Cholesterinspiegel - aber bitte nicht ohne Arzt. Die Gefahr ist einfach zu groß.

Das Wichtigste in Kürze:
Erst den Arzt fragen

  • Roter Reis oder auch Rotschimmelreis (Red Yeast Rice) ist ein mit einem Schimmelpilz fermentierter gekochter Reis. Durch diesen Pilz erhält der Reis seine leuchtend rote Farbe.
  • Rotschimmelreis enthält Monacholin K. Monakolin K ist identisch mit dem Arzneistoff Lovastatin. Dieser wird in verschreibungspflichtigen Arzneimitteln verwendet, um den Cholesterinspiegel zu senken.
  • Rotschimmel-Produkte (Nahrungsergänzungsmittel) werden daher häufig mit der Aussage beworben, den Cholesterinspiegel "rein natürlich" – ohne die Nebenwirkungen "chemischer" Cholesterinsenker in Arzneiform zu senken.
  • Sowohl Lovastatin als auch Monacholin K können erhebliche Nebenwirkungen haben: Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Schwäche, Hautausschläge und Muskelkrämpfe bis hin zu Störungen der Nieren- und Leberfunktion und Schädigungen der Skelettmuskulatur.
  • Es gibt keine gesundheitlich unbedenkliche Menge. Am sichersten ist der Verzicht auf ein solches Produkt. Wer es ausprobieren möchte (und an einem erhöhten Cholesterinspiegel leidet), sollte unbedingt vorher mit seinem Arzt sprechen und die Verwendung von diesem medizinisch begleiten lassen.
  • Es sind Wechselwirkungen von Monacholin K mit einer Vielzahl von Medikamenten (u.a. mit Blutgerinnungshemmern) möglich. Auch ist eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels denkbar.

 

Roter Reis
Foto: Hendraxu / adobe.stock.com

 

Quellen:


Cholesterinsenkung mit Folgen: Nahrungsergänzungsmittel mit Rotschimmelreis nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Stellungnahme Nr. 003/2020 des BfR vom 15. Januar 2020

Wechselwirkungen von Lovastatin, Stand: 05.03.2015

Stellungnahme der Gemeinsamen Expertenkommission BVL/BfArM Einstufung von Rotschimmelreisprodukten, Stand: 08.02.2016

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