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Mit der Wirkung ist es (Apfel) Essig

Stand:

Es gibt keinen nachgewiesenen Nutzen für den Verzehr von Apfelessig-Nahrungsergänzungsmitteln. Schaden tun sie aber auch nicht.

Das Wichtigste in Kürze:
Wirkung nicht bewiesen!

  • Für Nahrungsergänzungsmittel mit Apfelessig-Pulver gibt es keinerlei Nutzenbelege hinsichtlich besserer Verdauung, als Schlankheitskur oder für die Schönheit von innen.
  • Der angepriesene Vitamingehalt der Kapseln stammt nicht aus dem Apfel sondern aus zugesetzten Vitaminen.
Apfelessig
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Was steckt hinter der Werbung zu Apfelessig-Produkten?

Apfelessig wird als "Allheilmittel" beworben. Da das Trinken von Wasser mit Apfelessig nicht jedermanns Geschmack ist, gibt es auch Nahrungsergänzungsmittel mit Apfelessigpulver. Apfelessig soll bei Verdauungsbeschwerden, aber auch bei Asthma, Warzen, Wetterfühligkeit, Kopfschmerzen, Ohrgeräuschen oder Hämorrhoiden helfen. Zudem wird er als unverzichtbarer Helfer bei Diabetes und zu hohem Cholesterinspiegel angepriesen. Insbesondere gilt er aber als natürliches Schönheitsmittel und als "bioaktiver Fatburner", der eine fettfreisetzende/fettreduzierende Wirkung haben und somit beim Abnehmen helfen soll.

Allerdings gibt es dafür keinerlei wissenschaftliche Nachweise. Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA hat festgestellt, dass es für eine verdauungsfördernde Wirkung von Apfelessig (als Pulver) keine ausreichenden Belege gibt. Auch die Förderung der Fettverbrennung oder der Hautgesundheit bzw. -schönheit durch das Einnehmen von Apfelessig in Kapselform ist nicht nachgewiesen.

Es gibt zwar Studien (mit sehr geringen Teilnehmerzahlen), die einen Einfluss von Essig auf den Insulinstoffwechsel sowie von Apfelessig auf die Sättigung von Ratten bei fettreicher Kost gezeigt haben. Diese Studienergebnisse sind aber nicht auf das in Nahrungsergänzungsmitteln enthaltene Pulver oder gar die Kapseln selber übertragbar.

Welche Inhaltsstoffe sind in Apfelessigkapseln enthalten?

Die meisten Kapseln enthalten etwa 500 mg Apfelessigextrakt, einige zusätzlich Apfelpektin und Apfelfasern. Dabei kann sich die Zusammensetzung des Extrakts je nach Herstellungsverfahren unterscheiden.

Apfelpektin und Apfelfasern können als Ballaststoffe eine leicht sättigende Wirkung haben, wenn gleichzeitig ausreichend getrunken wird.

Wieviel der nicht gar so großen Mengen an Mikronährstoffen aus dem Apfelessig tatsächlich in den Apfelessigkapseln landen, ist fraglich. Herstellerinformationen dazu sind eher spärlich bis gar nicht vorhanden. Wirklich relevante Mengen sind es jedenfalls nicht. Den meisten Apfelessig-Nahrungsergänzungsmitteln werden daher B-Vitamine wie B1, B2 oder B6, Vitamin C, Folsäure oder Biotin extra zugesetzt. Mit der Natürlichkeit ist es dann nicht mehr so weit her. Um das zu entlarven, hilft der Blick auf die Zutatenliste.

Tipp: Wer Apfelessig als Salatzutat oder Gewürz verwendet, kann dies ohne Bedenken tun. Es spricht auch nichts gegen die Einnahme von ein bis zwei Teelöffeln Obstessig – mit oder ohne Wasser. Bevor man sich jedoch in Selbstbehandlungen versucht, sollte bei Beschwerden besser der Arzt gefragt werden.

Was ist Apfelessig?

Für Apfelessig werden Äpfel zu Apfelwein gekeltert. Dieser wird dann unter Zusatz von Essigsäurebakterien zu Apfelessig fermentiert. Nur ein Teil der im Apfel enthaltenen Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe geht in den Essig über, bei naturtrübem Essig mehr als bei klarem. Dessen Mineralstoffgehalt pro 100 g entspricht in etwa dem von 100 g Äpfeln. Allerdings ist er nicht so hoch, dass er besonders angepriesen werden dürfte. Dafür müssen nämlich – so will es das Gesetz - mindestens 15 % der sogenannten Referenzmenge (NRV) in 100 g enthalten sein. Das wird weder für Kalium noch für Magnesium oder Calcium erreicht. Davon abgesehen: So große Mengen Apfelessig nimmt man in der Regel nicht zu sich.

 

Quellen:


Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to apple cider vinegar and bowel motor function (ID 1377) pursuant to Article 13(1) of Regulation (EC) No 1924/2006, EFSA Journal 2009; 7(9):1230-40, doi:10.2903/j.efsa.2009.1230

Ostman E et al. (2005): Vinegar supplementation lowers glucose and insulin responses and increases satiety after a bread meal in healthy subjects. Eur J Clin Nutr. 59 (9): 983-8

Bouderbala H et al. (2016): Anti-obesogenic effect of apple cider vinegar in rats subjected to a high fat diet. Ann Cardiol Angeiol 65 (3): 208-13. doi: 10.1016/j.ancard.2016.04.004

 

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