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Rund um die Noni-Frucht

Stand:

Noni-Saft wird als Geheimtipp gegen viele Krankheiten beworben. Können andere Fruchtsäfte mithalten?

Das Wichtigste in Kürze:
Wirkung nicht bewiesen

  • Die Noni-Frucht gilt in ihrer polynesischen Heimat als wahres Wundermittel gegen allerlei Krankheiten.
  • Wissenschaftliche Daten lassen keinerlei gesundheitliche Vorteile von Noni-Saft gegenüber anderen Fruchtsäften erkennen.
  • Ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Genuss von Noni-Saft und Leberschädigungen wird diskutiert.
  • In den empfohlenen Mengen hält das EU-Gremium, genau wie das Bundesamt für Risikobewertung, den Saft für unbedenklich.
Noni Frucht
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Was steckt hinter der Werbung zu Noni-Produkten?

Säfte oder Kapseln mit dem Zusatz von Noni-Fruchtbestandteilen werden immer noch als Geheimtipp auf dem Markt der Nahrungsergänzungsmittel gehandelt. Laut Werbung sollen die Produkte den Schlafbedarf senken, Heißhunger dämpfen, schmerzstillend wirken und bei Allergien, Arthritis, Übergewicht, Depressionen, Schlaganfällen, Nierenproblemen oder sogar Krebs helfen.

Die Aussagen vieler Verkäufer zu Wirkung und Wirksamkeit sind wissenschaftlich unhaltbar und irreführend. Alle der EU vorgelegten Daten, Studien und Informationen lassen keinerlei gesundheitliche Vorteile von Noni-Saft gegenüber anderen Fruchtsäften erkennen. Entsprechend  hat die EU keinerlei gesundheitsbezogene Aussagen für Noni-Produkte zugelassen. Noni-Säfte sind Fruchtsäfte wie viele andere. Eine besondere Wirkung konnte nicht bewiesen werden, daher ist der hohe Preis - wenn überhaupt - lediglich mit den exotischen Früchten und einer Bioqualität zu begründen.

Auf was sollte ich bei der Verwendung von Noni-Produkten achten?

Bei der Verwendung von Noni-Produkten sollte unbedingt auf die empfohlene tägliche Verzehrmenge, die auf dem Produkt aufgeführt ist, geachtet werden. Das EU-Verfahren zur Zulassung von Novel Food hat die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Noni-Saft zwar bestätigt. Trotzdem sind Bedenken aufgetaucht, da bei einigen Personen im Zusammenhang mit Noni (reversible) Leberschäden festgestellt wurden. Diese Vermutungen konnten aber nach einer umfassenden Prüfung durch die Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde und das Bundesinstitut für Risikobewertung  im Jahr 2006 nicht bestätigt werden.

In einer Sicherheitsbewertung für Noni-Fruchtpüree vom März 2009 räumte die EFSA aufgrund vermehrter Berichte von Personen, bei denen im Zusammenhang mit Noni (reversible) Leberschäden festgestellt wurden, allerdings ein, dass möglicherweise einige Personen sensibel auf Noni-Fruchtprodukte reagieren könnten.

Was sind Noni-Früchte?

Noni- oder auch Morinda-Säfte werden aus der etwa kartoffelgroßen Frucht des Baumes "Morinda citrifolia", eines indischen Maulbeerbaums, gewonnen. Maulbeerbäume wachsen auf den polynesischen Inseln, Hawaii und an den Küsten von Mittelamerika und Madagaskar. Wegen des unangenehmen Geschmacks wird Noni-Saft häufig mit anderen Säften (Himbeer, Traube) gemischt oder aromatisiert.

Noni-Früchte gehören nicht zu den Lebensmitteln, die üblicherweise in Europa verzehrt werden. Daher mussten sie eine Sicherheitsbewertung und das Zulassungsverfahren nach der Novel Food-Verordnung (NFVO) durchlaufen. Bisher sind neben dem Noni-Saft verschiedener Firmen noch Noni-Püree, Fruchtsaftkonzentrat, Saft-Trockenextrakt und Pulver zugelassen (6, 7, 8). Die ebenfalls zugelassenen getrockneten, gerösteten Noni-Blätter dürfen lediglich für die Zubereitung von Tee, mit einer Höchstmenge von 1 g pro Tasse, verwendet werden. Als Nahrungsergänzungsmittel dürfen sie nicht angeboten werden.

Welche Inhaltsstoffe sind in Noni-Früchten enthalten?

Es liegen keine offiziellen Informationen zu den Inhaltsstoffen der Noni-Frucht vor. In einigen kleinen Studien ist beschrieben, dass Noni-Früchte unter anderem sekundäre Pflanzenstoffe, wie Flavonoide, Lignane, Phytosterole, Carotenoide, verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme aufweisen. In einigen Produkten wurden hohe Mengen an Kalium  nachgewiesen. Die beschriebenen Mengen variieren aber zum Teil erheblich.

Können Noni-Produkte mit Schadstoffen belastet sein?

Uns liegen keine Daten zur Schadstoffbelastung von Noni-Produkten vor. Wer auf Nummer sicher gehen möchte sollte zu Bio-Produkten greifen.

Wer Noni-Saft konsumieren möchte sollte auf die vor Hersteller empfohlene tägliche Verzehrmenge achten. Noni-Produkte können weder beim Abnehmen helfen noch Erkrankungen heilen oder lindern.

 

Quellen:


BfR: Können Noni Säfte die Gesundheit schädigen? (2006)

AID: Noni-Produkte Noni - die Frucht des Maulbeerbaums

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Noni-Saft - Das Wundermittel aus Tahiti? (2012)

Edwards SE et al. Phytopharmacy an evidence-based guide to herbal medicinal products. Wiley Blackwell, 2015

Potterat O, Hamburger M. Morinda citrifolia (Noni) fruit-phytochemistry, pharmacology, safety. Planta Med. 2007 Mar;73(3):191-9

Amtsblatt der Eurpäischen Union: Genehmigung des Inverkehrbringen von Noni Saft als neuartiges Lebensmittel (2003)

Amtsblatt der Eurpäischen Union: Genehmigung des Inverkehrbringens von Püree und Konzentrat aus Früchten von Morinda citrifolia als neuartige Lebensmittelzutat (2010)

Amtsblatt der Eurpäischen Union: Genehmigung des Inverkehrbringen der Blätter von Morinda citrifolia als neuartige Lebensmittelzutat (2008)

EFSA: EFSA bewertet erneut die Sicherheit von Noni Saft (2006)

EFSA: Opinion on the safety of Tahitian Noni® ‘Morinda citrifolia (noni) fruit puree and concentrate’ as a novel food ingredient

 

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